Was ist eine Sonnenfinsternis?
Von einer Sonnenfinsternis spricht man immer dann, wenn für einen Betrachter von einem Punkt auf der Erdoberfläche aus, der Erdmond die Sonnenscheibe am Himmel teilweise oder ganz verdeckt. Oder aus anderer Perspektive beschrieben: Eine Sonnenfinsternis tritt dort ein, wo der Schatten des Mondes die Erdoberfläche trifft. Was heißt das?

Der Mond umläuft in knapp einem Monat einmal unseren Heimatplaneten. Diese Bewegung zeigt sich uns Erdbewohnern durch die tägliche, langsame Wanderung des Mondes am Sternenhimmel und die unterschiedlichen Mondphasen (z.B. Neumond, zu- oder abnehmender Halbmond, Vollmond). Die Erde wiederum umläuft die Sonne in einem Jahr. Erde wie Mond werden von der Sonne bestrahlt und werfen - wie alle Gegenstände in unserem Alltag, die von Licht beschienen werden - einen Schatten. Im Fall von Erde und Mond werden die Schatten jedoch nicht gut sichtbar an eine Wand sondern in den Weltraum geworfen, was sie für Erdbewohner unter normalen Umständen unsichtbar macht.

Zuweilen jedoch trifft der Schatten des Mondes die Erdoberfläche. Hierfür müssen sich Sonne, Mond und Erde in dieser Reihenfolge in etwa auf einer Linie im Weltraum befinden. Dies ist nur während der Neumondphase der Fall. Trifft der Schatten des Mondes während einer Neumondstellung auf die Erdoberfläche, so ereignet sich für die Gebiete, die im Mondschatten liegen, eine Sonnenfinsternis. Für den, der sich innerhalb des Mondschattens aufhält, wird dann die Sonne durch den Mond kurzzeitig verdeckt.
Sonne und Mond bewegen sich unterschiedlich am Himmel. Lassen wir einmal Ihre durch die Erdrotation bedingte Bewegung über den Himmel von Ost nach West während eines Tagesablaufs außen vor, sie ist für dieses Ereignis nicht relevant. Interessanter sind zwei andere Bewegungen: Da ist zum einen die projizierte Bewegung der Sonne am Himmel von West nach Ost, die aus dem Umlauf unseres Planeten um die Sonne resultiert. Diese scheinbare Bewegung ist uns mindestens genau geläufig wie der Tageslauf der Sonne, führt sie doch z.B. dazu, dass wir im Laufe eines Jahres unterschiedliche Sternbilder am Himmel sehen können. Und dann bewegt sich der Mond bekannter Maßen um unsere Erde, wodurch ja z.B. die Mondphasen entstehen. Auch er verschiebt deshalb täglich seine Position am Himmel von West nach Ost, was sich schon in zwei aufeinanderfolgenden klaren Nächten ohne Probleme beobachten lässt, wenn man sich die Position des Mondes relativ zu hellen Sternen einmal merkt. Der Mond braucht aber nur knapp einen Monat, um einmal über den Himmel zu eilen, die Sonne braucht hierfür scheinbar ein Jahr. Der Mond ist also scheinbar schneller unterwegs, er überholt die Sonne am Himmel damit etwa 12 mal während eines Jahres von West nach Ost, oder auch einfacher gesagt von rechts nach links am Himmel (Richtungsangaben für die Nordhalbkugel der Erde gültig!) .
Eine Sonnenfinsternis beginnt deshalb damit, dass sich der Mond von Westen her kommend (oder von rechts) vor die Sonnenscheibe schiebt. Den Zeitpunkt der für einen Beobachter wahrgenommenen ersten Berührung der Mond- mit der Sonnenscheibe nennt man 1. Kontakt.