Einfluss des Breitengrades
Mit Hilfe des Breitengrades wird die Entfernung eines Ortes zum Äquator definiert. Die Breitengrade werden vom Äquator ab gezählt:
+ 90° nach Norden bis zum Nordpol und 
- 90° nach Süden bis zum Südpol. So hängt auch vom Breitengrad ab, welcher Himmelsabschnitt von der Sonne, in Abhängigkeit auch von ihrer jahreszeitlich bedingte Wanderung, durchquert wird. So lässt sich der höchste Sonnenstand über dem Horizont sehr einfach in Abhängigkeit vom Breitengrad und dem Datum bestimmen. Zum Zeitpunkt der Tagundnachtgleiche (21. März und 21. September), entspricht der Breitengrad des Ortes genau dem Winkel, der von den Sonnenstrahlen der Mittagssonne im Zenit mit einer Senkrechten gebildet wird.

Breitengrade

Um zu wissen, welchen Stand die Sonne zur Mittagszeit (Sonne im Süden) hat, muss man den Breitengrad und das Datum kennen. Die Zeichnungen zeigen die Stellung der Sonne zur Sonnenwende im Sommer (21. Juni) und Winter (21. Dezember) sowie zu den Tagundnachtgleichen (am 21. März und 21. September).

          



Stand der Sonne

Primärer Sonnenschutz: 
Orientierung am Gebäude.

Es sind für blendungsempfindliche Arbeitsplätze die Nord- und Südfassaden zu bevorzugen, da die tiefer als 45° stehende Sonne im Westen und Osten größere Blendung verursacht

Sonneneinstrahlung am Beispiel des Wintergartens:
Norden
Ein nordorientierter Wintergarten fängt im Sommer die ersten und letzten Sonnenstrahlen des Tages ein, wird aber meistens tagsüber durch das Haus abgeschattet und ist daher ein relativ kühler Platz. Soll der Wintergarten ganzjährig genutzt werden, so muß er im Winter ganztägig geheizt werden, da er von der tiefstehenden Sonne nicht erreicht wird.

Osten
Ein ostorientierter Wintergarten wird von der Morgensonne und dem ersten Teil der Mittagssonne erwärmt, dann aber durch den Schatten des Hauses vor allzu großer Hitze bewahrt.
Süden
Ein südorientierter Wintergarten hat das Jahr über zwar den höchsten Wärmegewinn durch die Sonneneinstrahlung, muss aber im Sommer gegen allzu hohe Temperaturen durch ein Innen- oder Außenbeschattung und Belüftung geschützt werden.
Westen
Ein westorientierter Wintergarten wird von der späten Mittags- und der Abendsonne aufgewärmt und mit der gespeicherten Wärme in die Nacht. Dafür ist er am Morgen kühler.

Einfluss der Fassadenausrichtung
Die Wahl des optimal geeigneten Gewebes für die einzelnen Fassaden hängt vom Einfall der Sonnenstrahlen ab oder von dem Umstand, dass die Fassade überhaupt nicht von der Sonnen erreicht wird. So steht in den nordeuropäischen Ländern auch bei Südseite der Fassade die Sonne tagsüber eine lange Zeit sehr niedrig über dem Horizont, in diesem Fall muss also ein Stoff mit einem sehr niedrigen Transmissionsgrad (3 %) verwendet werden. Auf der Nordseite dagegen muss die vom Himmel ausgehende Leuchtdichte gesteuert werden, da hier keine direkte Sonneneinstrahlung auftritt. Daher ist es auch vollkommen unnötig, ein Gewebe mit einem schwachen Transmissionsgrad zu verwenden, das den Einfall von natürlichen Tageslicht im Innern des Büros noch mehr verringern würde. 10 % ist für diese Situation vollkommen ausreichend.
Unabhängig von der Ausrichtung der Fassaden sind für solche Fälle, wo eine bedeutende Verdeckung vorliegt, vor allem, wenn der Verdeckungswinkel bei 40° über dem Horizont liegt, Gewebe mit einer schwachen Abdunklung vorzuziehen.

Einfluss des Gegenüber.

Bei der Einschätzung der Blendwahrscheinlichkeit, die durch die im Freien herrschende Helligkeit hervorgerufen wird, spielen die gegenüberliegenden Gebäude eine entscheidende Rolle. Je mehr Fassaden das entsprechende Objekt umgeben, umso mehr werden die vom Benutzer wahrgenommene Leuchtdichten reduziert. Es wurde festgestellt, dass Fassaden, die nicht von der Sonne angestrahlt werden, einen Leuchtdichtewert aufweisen, der ungefähr 1/5 der Leuchtdichte des Himmels ausmacht.

Verdeckt die Fassade den Himmel in einem Winkel > 40° über dem Horizont, vom Beobachter aus betrachtet, kann man davon ausgehen, dass der Himmel nicht mehr als Ursache für eine Blendung angesehen werden kann. Eine Abdämpfung der Leuchtdichte ist nur dann notwendig, wenn die Sonne oberhalb der Hindernisses steht oder die Fassade sehr stark angestrahlt wird.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass die Gewebe für die Lichtstrahlen, die mit einem großen Einfallswinkel auftreffen, einen weitaus schwächeren Transmissionsgrad haben, als für die Lichtstrahlen, die horizontal auftreffen. Beträgt der Transmissionsgrad zum Beispiel 6 % bei normalen Lichteinfallswinkel, sinkt er bei einem Lichteinfallswinkel von 70° auf 1,2 %. Die hier getroffenen Feststellungen beziehen sich auf geläufige Fassaden. Finden sich aber im Gegenüber sogenannte spiegelverglaste Fassaden, ist es nicht angebracht, eine Reduzierung des Leuchtdichtewertes des Himmels vorzusehen. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Fassaden auf der Nordseite, die selbst aber verglasten Südfassaden gegenüber liegen, gefragt.

 




Obenstehende Kurven zeigen die Änderung des richtungsabhängigen Transmissionsgrads entsprechend des Einfallswinkels für die drei Öffnungsfaktoren von
Stoffen.






Messungen nach Matrix