Klimagerechte Architektur

Klimagerechte Architektur ist die Gesamtheit der Lösungen von Städtebau und Gebäudeentwurf, welche unmittelbar das Klima in Innen- und Außenräumen der gebauten Umwelt bestimmen und welche mittelbar unsere natürliche Umwelt und das globale Klima beeinflussen. Außerhalb und insbesondere innerhalb von Gebäuden ist ein für den Aufenthalt von Menschen angenehmes und gesundes Klima zu schaffen bezüglich Licht, Wärme, Feuchte, Luft und Schall. Die dafür eingesetzten architektonischen, d.h. baulichen und anlagentechnischen Mittel, sollen nachhaltig sein und keine Schädigung der Umwelt oder Veränderung des Klimas verursachen, um den Planeten Erde, nach Buckminster Fuller das "Raumschiff Erde"*), als Lebensraum des Menschen zu erhalten. Dies gilt für den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes, von der Herstellung über Nutzung, Betrieb und Instandsetzung bis zur Wiederverwendung und Entsorgung. Im einzelnen sind der auf die Lebensdauer bezogene Erstellungs- und Instandhaltungsaufwand an Energie oder Masse in Abhängigkeit von Konstruktion, Bauverfahren und Materialien zu berücksichtigen sowie die betriebsbedingten Emissionen von Schadstoffen, wie z.B. Treibhausgasen, für Heizung, Kühlung, Lüftung und Beleuchtung des Gebäudes. Die Schaffung eines für den Menschen angenehmen Raumklimas ohne nachhaltige Beeinträchtigung der Umwelt erfordert Lösungen, die der Nutzung und insbesondere dem Außenklima angepasst sind, wie die archaischen Bauformen des Iglu oder des Zeltes eindrucksvoll zeigen. Klimagerechte Architektur setzt einerseits die Kenntnis entsprechender Teillösungen unter Berücksichtigung des aktuellen Stands der Technik und der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse voraus, erfordert aber darüber hinaus die entwurfliche Integration zu einem Gesamtoptimum.

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