Wissenswertes zur geschichtliche Entwicklung von Sonnen- und Blendschutz
 
Aus dem klassischen Vorhangstoff, der bereits zur Zeit der Römer in Form von Wandbehängen, Bettvorhängen, Portieren etc. bekannt war, haben sich in den nachfolgenden Jahrhunderten Fenstervorhänge als Sicht- und Sonnenschutz in unserem Sinne entwickelt.
Mit der Zeit der Renaissance (15.-16.Jh.) traten Fenstervorhänge in größerem Umfang in Erscheinung. Das wird auf vielen Darstellungen zeitgenössischer Maler deutlich. In dieser Zeit begann man, Wert auf einen komfortablen Raumschmuck zu legen und die Fenstervorhänge in diesem Sinne zu verwenden. Zwar findet man diese nur bei höfischen Darstellungen, bei weniger Begüterten fehlen sie noch ganz. An Außenfenstern wurden bereits hölzerne Klappläden als Sonnenschutz verwendet, wobei ein starker orientalischer Einfluss unverkennbar ist.

Später, zur Zeit des Barocks (1600-1750), wurde die Dekoration prunkvoll, üppig und lebendig. Der Sonnenschutz als Inneneinrichtung kam in Mode. Die funktionalen Innenrollos (Rollo, Falt- und Raffrollo) wurden aus unterschiedlichen Materialien, wie Papier, Strohmatten und Stoff gefertigt, der aus ölhaltigem Leinen bestand. Die Oberflächen wurden bemalt und reich mit Posamenten verziert. Außenrollos wurden aus grobem Drillich gearbeitet; die im aufgerollten Zustand in einem Falz des oberen Fensterrahmens versteckt und bei Bedarf mittels Springfedern entrollt werden konnten.

Im Laufe der verschiedenen Stilepochen hat sich der Sicht- und Sonnenschutz als Alternative zum normalen Fenstervorhang unter dem Einfluss der jeweiligen Mode in Form des Rollos und der Jalousie ständig weiterentwickelt. Im 20. Jh. kommt die Industrie der Sonnen- und Sichtschutz-Hersteller zu beachtlichen Entwicklungen und vor allen Dingen neuen Einsatzbereichen. Sie wird getragen von sowohl technischen als auch architektonischen Gegebenheiten im Bau (Stahl- und Glaskonstruktionen) und die große Materialvielfalt der für den Innen- und Außenbereich verwendbaren Kunststoffe, Chemiefasern etc. Darüber hinaus tragen umweltrelevante Ansprüche des Verbrauchers zu dieser Entwicklung bei.

Eine entscheidendere Bedeutung kommt in neuerer Zeit dem Thema Sonnenschutz durch Meldungen über die Abnahme der Ozonschicht und den Zusammenhang zwischen Sonneneinwirkung und Hautschäden zu. Da der Aufenthalt im Freien einen hohen Stellenwert hat, sind Sonnenschutzvorrichtungen nicht mehr wegzudenken und zu einem wichtigen Thema für die Industrie geworden, was sich in der Entwicklung spezieller Gewebe, höchster Technik und gutem Design widerspiegelt.

Der textile Sonnenschutz erfordert Spezialgewebe für den Innen- und Außeneinsatz mit unterschiedlichen Eigenschaften in Bezug auf die thermische Wirksamkeit und Abminderung des Sonnenlichtes. Dabei gilt, dass bei außenliegendem Sonnenschutz Behänge mit geringer Lichtdurchlässigkeit (Transmission) zu verwenden sind. Bei innenliegenden Anlagen benötigt man Behänge mit hoher Reflektion.

Auswahlkriterien sind u.a.: Design, Farbe, Feuchtraumeignung, Pflegeleichtigkeit, Schallabsorption, Schwerentflammbarkeit, Textile Optik, Wärmeisolierung. Eine weitere optimale Möglichkeit bieten ursprünglich für die Raumfahrttechnik in USA entwickelte Sonnen-, Sicht- und Blendschutzfolien, ideal für höchste Blend- und Hitzereduktion (z.B. im Schaufenster- und Bürobereich).