Sonnenschutz - Allgemeines

Ein funktionaler Sonnenschutz ist heute integraler Bestandteil jeder modernen Architektur. Große Glasflächen, der Wunsch nach Transparenz und Offenheit sowie die Realisierung einer anspruchsvollen „Wohlfühl-Arbeitsumgebung“ erfordern geradezu zwingend intelligente Konzepte.

Energie effizientes Bauen ohne Sonnenschutz und Tageslichttechnik? In der Architektur der Gegenwart ist das nicht mehr vorstellbar. Und nach Meinung des Gesetzgebers auch spätestens ab 2006 durch die Betrachtungsweise der Gesamtenergiebilanz eines Gebäudes, also die kombinierte Bewertung von Heizen, Kühlen und Beleuchten, auch nicht mehr zeitgemäß. In Deutschland regelt dann die DIN 18 599 diese energetische Bewertung „des Nutz-, End- und Primärenergiebedarfs für Beheizung, Kühlung, Belüftung, Beleuchtung und Warmwasserbereitung“.

Dies stellt neue Anforderungen an Planer, Verarbeiter und Zulieferer. Und es wird immer wieder zu neuen technischen Entwicklungen führen, die es zu beherrschen gilt. Die ausführliche Differenzierung der Thematik Sonnenschutz mit all ihren variantenreichen Facetten durch unsere Redaktion trägt dieser Tatsache Rechnung. Ebenso wie unser hoher Anspruch an die Aktualität dieser Beiträge.

Das Fenster ist das älteste und verbreiteste Tageslichtsystem. In Verbindung mit einem Sonnenschutz war dieses System für alle Beleuchtungs- und Sehaufgaben geeignet. Den hohen Beleuchtungs- und Blendschutzanforderungen unserer Zeit sind diese Systeme nicht mehr gewachsen. Zur Energieeinsparung und auch im Wesentlichen zur Mitarbeiter optimierten Arbeitsplatzgestaltung sollte die individuelle Erfüllung der unterschiedlichen Funktionen berücksichtigt werden:

  • Hitzeschutz, zur Reduzierung der Raumaufheizung und der damit verbundenen Kühllastaufwendungen
  • Blendschutz, zur Optimierung der Arbeitsplatzbedingungen insbesondere an Bildschirm-Arbeitsplätzen
  • Lichtlenkung, zur optimierten Ausleuchtung von Räumen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Reduzierung der Einschaltdauer von Kunstlicht (Energieeinsparung)
  • Wärmeschutz, zur Reduzierung der Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) mit dem Ziel der Heizenergieeinsparung
  • Einbindungsmöglichkeiten in komplette Fassadensysteme, zur Konzeption „dynamischer“ Gebäude
  • Regelung der Sonnenschutzsysteme, zur Optimierung der Wirkungsgrade der einzelnen Funktionen
  • Verknüpfungsmöglichkeiten bieten, zur Gesamtgebäudeoptimierung unter Betrachtung unterschiedlicher Gewerke wie z. B. Hitzeschutz, Raumheizung, Kunstlicht (durch Bussysteme)
  • Transparenz liefern, durch Aufrechterhaltung des Sichtkontaktes nach außen zur Erhöhung der Nutzerakzeptanz des Sonnenschutzes oder durch geringe Farbveränderung des Tageslichtes (d.h. kein Blick nach außen wie durch eine Sonnenbrille, natürliche Farben werden nicht verändert)

Die technischen Tageslicht-/Sonnenschutzprodukte/-systeme müssen versuchen, alle diese Anforderungen zu erfüllen. Einbindungsmöglichkeiten zur Gestaltung einer intelligenten Fassade sind hierfür die Voraussetzung.
 

Hinweise
 
Aufgrund der Komplexität ist Sonnenschutz ein planerisches funktionelles Bauteil einer Fassade, was eine kompetente Beratung und fachgerechte Montage von Spezialisten voraussetzt. Die Auswahl des geeigneten Sonnenschutzes ist nicht einfach. Der Sonnenschutz kann unterschiedlichen Aspekten gerecht werden, z.B.:

Sonnenschutz als Gestaltungselement
  • als Ausdruck eines individuellen Lebensstils (Innenarchitektur)
  • als aktives Gestaltungselement einer Fassade
  • als Ausdruck der Individualität durch eine Vielfalt an Materialien, Farben, Mustern und Formen.

Sonnenschutz als Beeinflussung der Behaglichkeit, z.B.

  • durch Schutz vor Raumaufheizung an heißen Tagen (Treibhauseffekt)
  • durch Schutz und Schattenspendung auf Balkonen und Terrassen (Erholungsaspekt)
  • durch Schutz vor UV-Strahlung (Gesundheitsaspekt)

Optimierung der Umfeldbedingungen, z.B.

  • durch Blendschutz bei starkem direkten Lichteinfall
  • Verbesserung der Ergonomie (Bildschirmarbeit)
  • durch Kontrastminderung am Arbeitsplatz (Bildschirmarbeit)
  • durch optimale Raumausleuchtung und Reduzierung künstlicher Beleuchtung (Tageslichtlenkung)
  • durch Aufrechterhaltung des Blickkontaktes nach außen (Kommunikation)

Sonnenschutz als Vermittlung von Schutz und Sicherheit, z.B.

  • durch Einblickverhinderung von außen zur Wahrung der Privatsphäre

Sonnenschutz als Maßnahme zur Energieeinsparung, z.B.

  • durch Reduzierung des Energieeintrages (Kühllastreduzierung)
  • durch zusätzliche U-Wert-Verbesserung an kalten Tagen und Nächten
  • durch Schutz vor Gebäudeauskühlung durch zusätzliche Wärmedämmung.